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Vitztum

Im Mittelalter war ein Vitztum der Stellvertreter des Herzogs, der in dessen Namen die höhere Gerichtsbarkeit ausübte, die militärische Verantwortung für einen Bezirk trug und auch die gesamte Verwaltung unter seiner Kontrolle hatte.

Volksgericht

Im Anschluss an die Novemberrevolution wurden unter Kurt Eisler in Bayern - mit Ausnahme der französisch besetzten Pfalz - Sondergerichte für die beschleunigte Aburteilung und verschärfte Ahndung bestimmter schwerer Straftaten wie Mord, Totschlag, Raub, Plünderung, Notzucht und Brandstiftung eingeführt. Die Entscheidung auf der Grundlage summarischer Verfahren waren sofort vollstreckbar und unterlagen keinen Rechtsmitteln. Im Jahre 1924 wurden die Volksgerichte aufgelöst (Quelle: Franz J. Bauer, Volksgerichte, 1918-1924, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44638> (23.12.2009).

Volksgerichtshof

Bild: M.F., Volksgerichtshof, 11.04.2012

Mit Artikel III des Gesetzes zur Änderung von Vorschriften des Strafrechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 (RGBl. I 1934, S. 341) wurde der Volksgerichtshofs geschaffen, der zunächst als Sondergericht am 1. August 1934 in Berlin die Arbeit aufnahm. Am 18. April 1936 wandelte ein Gesetz den Volksgerichtshof in ein ordentliches Gericht um. Er war neben Hoch- und Landesverrat auch für die Aburteilung von schwerer Wehrmittelbeschädigung, Feindbegünstigung, Spionage und Wehrkraftzersetzung zuständig.
Rechtsmittel waren nicht zulässig (Art. III 5 Abs. 2 des Gesetzes vom 24. April 1934). Die bis zu sechs Senate des Volksgerichtshofs bestanden aus je fünf Richtern, von denen nur zwei Berufsrichter sein mussten. Die Verteidiger der Angeklagten bedurften richterlicher Genehmigung. Durch die Proklamation Nr. 3 des Alliierten Kontrollrats vom 20. Oktober 1945 wurde der Volksgerichtshof gesetzlich aufgelöst. Kraft 1 und 2 Nr. 1 NS-AufhG sind die Entscheidungen des Volksgerichtshofes inzwischen aufgehoben.

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