Amtsgericht Straubing

Überblick

Bild: J.A.F., Zugspitze, 30.12.2010

Grundlegende Informationen
Straubing als Gerichtsort

Grundlegende Informationen

Name

Amtsgericht Straubing

Anschrift

Kolbstrasse 11
94315 Straubing

Fernruf

09421/949-5 (Vermittlung)

Telefax

09421/949-650

Internet

www.amtsgericht-straubing.de

Straubing als Gerichtsort

Straubing (Sorviodurum) war - und hiervon zeugt der im Gäubodenmuseum ausgestellte Schatzfund - eines der wichtigsten und größten Kastelle an der Nordgrenze des römischen Reiches bis es im Jahre 233 n.Chr. den Alemannenstürmen zum Opfer fiel. Vom 13. bis zum 18. Jahrhundert erlangte Straubing große Bedeutung als Gerichtsort, da es ständiger Sitz eines Vitztumamtes war. Dem Straubinger Vitztumamt waren zeitweise bis zu 23 Gerichte in der südlichen Oberpfalz und in Niederbayern unterstellt. In diese Zeit fiel auch die dynastische Auseinandersetzung im Zusammenhang mit der schönen Bernauerin. Agnes Bernauer wurde auf Befehl Herzog Ernsts in der Donau als Hexe ertränkt, höchstwahrscheinlich ohne ordentliches Gerichtsverfahren. Der zeitgenössische Chronist Andreas von Regensburg (gest. 1438) berichtet: "Im selben obengenannten Jahr (1435), am 12. Oktober, wurde auf Befehl des Herzogs Ernst von Bayern eine überaus schöne Frau, die Geliebte seines Sohnes Albrecht - einige aber sagten, dass sie dessen wirkliche und rechtmäßige Gattin war -, die Bernauerin genannt, von der Donaubrücke in Straubing gestürzt. [...] Mit Hilfe des einen Fußes, der nicht gefesselt war, schwamm sie ein Stück und kam nahe ans Ufer, mit heiserer, kläglicher Stimme rufend: Helft! Helft! Der Folterknecht aber, der sie von der Brücke gestürzt hatte, lief am Donauufer hinzu und, weil er den jähen Zorn des Herzogs Ernst fürchtete, wickelte er eine lange Stange in ihr Haar und drückte sie wieder unter Wasser" (Andreas von Regensburg, Chronica de principibus terrae Bavarorum, 583f.; zit. in Übersetzung, Quelle: Marita A. Panzer, Ermordung der Agnes Bernauer, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45822). Dieses Thema ist u. a. von Hans Sachs (1494-1576) in dem Meisterlied "Die ertrenkt junkfrau", von Christian Friedrich Hebbel (1813-1863) im Trauerspiel "Agnes Bernauer" (1852/55) und von Carl Orff (1895-1982) in dem musikalischen Volksschauspiel "Die Bernauerin" (1946) künstlerisch verarbeitet worden. Von 1802 bis 1808 war Straubing neben München Sitz eines der beiden churfürstlichen und ab 1806 königlichen Hofgerichte und damit eine der beiden zentralen Justiz- und Verwaltungsbehörden in Bayern. Zwischen 1808 und 1840 befand sich hier das Appellationsgericht für den Regen- und Unterdonaukreis. Zwischen 1879 und 1932 war Straubing Sitz des Landgerichts Straubing. Das Volksgericht Straubing tagte zwischen 1919 und 1924 auch in Straubing. Heute befindet sich nur noch das Amtsgericht Straubing, das zum Landgerichtsbezirk Regensburg gehört, in dieser traditionsreichen Stadt.

Kontakt

Rechtsanwalt Frank Feser
Dellbrücker Mauspfad 319
51069 Köln
Telefon: 0221 800 38 50
Telefax: 0221 800 38 60
E-Mail: info@kanzleifeser.de

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